Die Brinellhärte ist eine der wichtigsten Kennzahlen beim Kauf von Parkett oder Massivholzdielen. Wer einen langlebigen Holzboden sucht, sollte den Brinell-Härtegrad unbedingt berücksichtigen, denn er gibt an, wie widerstandsfähig eine Holzart gegenüber Druckbelastung, Dellen und mechanischer Beanspruchung durch Stühle und anderes Mobiliar ist.
Besonders in stark frequentierten Wohnbereichen, Büros oder gewerblich genutzten Räumen entscheidet die Holzhärte maßgeblich über die Lebensdauer und Optik des Bodens. Je höher der Brinell-Wert, desto härter und robuster ist das Holz.
Was bedeutet die Brinellhärte beim Holzboden?
Die Brinellhärte (HB oder HBW) beschreibt den Widerstand eines Materials gegen das Eindringen eines härteren Körpers. Bei Holz wird dazu eine Hartmetallkugel mit definiertem Durchmesser unter festgelegter Kraft in die Oberfläche gedrückt. Anschließend wird der Durchmesser des entstandenen Eindrucks gemessen.
- Kleiner Eindruck = hohe Härte
- Großer Eindruck = geringe Härte
Der ermittelte Wert wird in N/mm² (Newton pro Quadratmillimeter) angegeben. Härtere Holzarten sind selbstredend widerstandsfähiger gegenüber Druckstellen, etwa durch Möbel oder hohe Punktbelastung.
Warum ist der Härtegrad bei Holzböden wichtig?
Die Brinellhärte hilft bei der Auswahl der passenden Holzart für unterschiedliche Einsatzbereiche:
- Schlafzimmer: geringere Beanspruchung → weichere Hölzer möglich
- Wohn- und Esszimmer: mittlere Beanspruchung → mittlere Härte empfehlenswert
- Flur, Küche, Gewerbe: hohe Beanspruchung → harte Holzarten sinnvoll
Robustheit ist jedoch nicht alles: Neben der Härte des Holzes an sich beeinflussen auch Oberflächenbehandlung, Holzstruktur und Pflege die tatsächliche Widerstandsfähigkeit des Bodens.
Die Brinell-Härte kennzeichnet den Härtegrad und damit die Robustheit von Holzböden
Brinellhärte-Vergleich gängiger Holböden
| Holzart | Brinellhärte (N/mm²) | Härte-Einordnung | Typische Nutzung |
| Fichte | ca. 12–16 | sehr weich | Schlafzimmer, wenig beanspruchte Räume |
| Tanne | ca. 13–17 | sehr weich | ähnlich wie Fichte, rustikale Böden |
| Kiefer | ca. 18–20 | weich | Wohnräume mit geringer Belastung |
| Lärche | ca. 19–23 | weich bis mittel | Landhausdielen, rustikaler Stil |
| Birke | ca. 26–28 | mittel | moderne Wohnräume, weniger stark frequentiert |
| Ahorn | ca. 30–35 | mittel bis hart | Wohnzimmer, Sportböden |
| Nussbaum | ca. 30–36 | mittel bis hart | edle Wohnräume, eher empfindlicher als Eiche |
| Eiche | ca. 34–38 | hart | Klassiker für stark genutzte Wohnbereiche |
| Esche | ca. 35–40 | hart | hohe Beanspruchung, lebhafte Optik |
| Buche | ca. 34–41 | hart | sehr widerstandsfähig, oft in Treppen |
| Teak | ca. 34–40 | hart | Küche, Bad, Feuchträume dank Ölanteil |
| Bambus | ca. 40–45 | sehr hart | nachhaltige Alternative, extrem robust |
| Akazie | ca. 40–45 | sehr hart | stark frequentierte Räume, markante Maserung |
| Jatoba | ca. 50–55 | sehr hart | Gewerbe, extreme Belastung |
Hinweis: Werte sind Richtwerte und können je nach Herkunft und Holzfeuchte leicht variieren.
Einordnung der Unterschiede (mit allen Holzarten)
Sehr weiche Hölzer: Fichte & Tanne
- gehören zu den weichsten Bodenhölzern
- anfällig für Druckstellen und Kratzer
- eher geeignet für ruhige Räume oder rustikale Optik
Ideal: Schlafzimmer, Dachgeschoss, wenig Nutzung
Weich bis mittel: Lärche & Kiefer
- spürbar härter als Fichte, aber immer noch relativ weich
- beliebt für Landhausdielen
- entwickelt schnell Patina und Gebrauchsspuren
Gut für Wohnräume mit „natürlichem Look“
Mittlere Härte: Birke, Ahorn, Nussbaum
- Birke: eher mittelweich, hell und modern
- Ahorn: härter, sehr gleichmäßig, sportlich
- Nussbaum: edel, aber nicht so hart wie Eiche
Schön für Wohnzimmer, Designböden, nicht ideal für Flure
Klassiker hart: Eiche, Esche, Buche, Teak
- Eiche: der Allrounder, robust und zeitlos
- Esche: ähnlich hart, aber lebhaftere Maserung
- Buche: sehr widerstandsfähig, oft unterschätzt
- Teak: ähnlich hart wie Eiche, aber top bei Feuchtigkeit
Perfekt für Familienhaushalte, Küche, stark genutzte Bereiche
Sehr harte Hölzer: Bambus, Akazie, Jatoba
- Bambus: extrem stabil und nachhaltig
- Akazie: deutlich härter als Eiche, markant gemasert
- Jatoba: Spitzenreiter, fast „unkaputtbar“
Beste Wahl für Flure, Gewerbe, hohe Punktbelastung
Fazit
Die Brinellhärte ist ein entscheidendes Qualitätsmerkmal bei Parkett und Dielenböden. Wer einen langlebigen Holzboden wünscht, sollte die Beanspruchung des Raumes realistisch einschätzen und eine entsprechend harte Holzart wählen.
- Für ruhige Räume reichen Fichte, Tanne oder Lärche
- Für den Alltag sind Eiche, Esche oder Buche optimal
- Für maximale Härte: Akazie, Bambus oder Jatoba