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Von gebürstet bis geflammt: Parkettveredelungen im Überblick

Man muss kein Experte sein, um zu wissen, welches Parkett einem gefällt. Wer aber Begriffe wie „Parkett gebürstet“ oder „Parkett geschroppt“ zuzuordnen weiß, kann auch gezielt nach seinen Favoriten suchen. Also auf zum Crashkurs über die gängigsten Arten der Oberflächenveredelung von Parkett.

Klassisch geschliffen oder lieber veredelt?

Parkett ist in der Regel geschliffen. Das hat den Vorteil, dass es sich bei sichtbaren Schäden oder Abnutzungsspuren nachschleifen lässt. Der gesamte Parkettboden wird um wenige Millimeter abgetragen und anschließend neu versiegelt, geölt oder gewachst.

Bei veredelten Oberflächen hingegen ist ein Abschleifen meist nicht möglich, ohne die spezielle Optik einzubüßen. Dafür sind viele dieser Parkettsorten optisch unempfindlicher gegenüber Schmutz oder Beschädigungen. Bei guter Pflege können auch sie problemlos 20 – 30 Jahre und länger gut aussehen.

Mehr Struktur: „Parkett gebürstet“ und „Parkett geschroppt“

Besonders strukturierte Oberflächen stehen bei Parkettliebhabern hoch im Kurs. Die gängigsten Bearbeitungsformen sind hier das Bürsten oder Schroppen. Beim Bürsten wird das Holz mit Schleifpartikeln gebürstet, wodurch sich weiche Holzteile stärker abtragen als härtere. Jahresringe, Asteinschlüsse und die typische Maserung werden dadurch spürbar herausgearbeitet, die Oberfläche optisch und haptisch aufgewertet.

Noch mehr Material wird beim Hobeln mit dem Schropphobel abgetragen. Das sogenannte Schroppen erzeugt ausgeprägte Wellenmuster, die der Holzoberfläche eine besonders rustikale Note verleihen. Vielfach wird das Schroppen auch mit Bürsten kombiniert. Beide Verfahren haben den praktischen Begleiteffekt, dass die lebendige Oberfläche über kleinere Macken oder Verschmutzungen hinwegtäuscht.

Hell und luftig: „Parkett gekalkt“ und „Parkett gelaugt“

Von Kalken oder Kälken spricht man dagegen, wenn die Holzporen mit einer Mischung aus Wachs und – in der Regel weißen – Farbpigmenten aufgefüllt und sauber abgezogen werden. Das Holz wird dadurch aufgehellt und die Struktur hervorgehoben, da die weichen Holzanteile offenporiger sind als die Maserung.

Einen gleichmäßigeren, aber ebenfalls aufhellenden Effekt erzielt dagegen gelaugtes Parkett. Meist wird es bei UV-empfindlichen Parkettarten wie Fichte, Buche oder Esche angewendet, die bei Sonneneinstrahlung schnell nachdunkeln oder vergilben. Durch chemische Reaktionen verhindert die Lauge diesen Prozess. Da die Reaktion bei weichen Holzanteilen stärker ausfällt, wird auch beim Laugen die Maserung leicht betont.

Dunkel und edel: „Parkett geräuchert“ und „Parkett geflammt“

Farblich in die andere, deutlich dunklere Richtung schlägt dagegen geräuchertes oder wärmebehandeltes Parkett. Beim sogenannten „Räuchern“ kommt in der Regel Ammoniak zum Einsatz, wodurch das Holz einen satt braunen Farbton mit ausgeprägten Kontrasten erhält. Es wird zudem geschmeidiger, weniger spröde und widerstandsfähiger gegen Schädlinge. Kerngeräuchertes Holz kann sogar abgeschliffen werden.

Ähnlich verhält es sich mit thermo- oder thermodruckbehandeltem Holz, das durch hohe Temperaturen beziehungsweise zusätzlichen Druck dunkel durchgefärbt wird. Durch die Behandlung wird es zudem langlebiger und unempfindlicher gegen Feuchtigkeit. Eine ebenfalls widerstandsfähigere Abwandlung ist geflammtes Parkett, das durch direktes Beflammen oberflächlich verkohlt und anschließend gebürstet wird.

Antike Exoten: „Lava-Optik“, „Parkett gefast“ und „Parkett gedübelt“

Wie dargestellt werden die genannten Oberflächenveredelungen auch häufig kombiniert oder partiell eingesetzt. Ist beispielsweise von Parkett mit Lava-Effekt die Rede, werden markante Risse im Holz farblich (meist schwarz oder weiß) wie beim Kälken verfüllt, sodass markante Äderungen entstehen.

Besonders rustikal anmutende Parkettarten bekommen den letzten Schliff durch abgeschrägte Kanten (sogenannte Fasen) oder den Einsatz von Zierverbindungen wie den früher gebräuchlichen Schwalbenschwanzdübeln. Bei Begriffen wie „Retro“, „Antik“ oder „Relief“ handelt es sich dagegen meist um Modellbezeichnungen, die Hersteller willkürlich wählen – lesen diese sich doch griffiger als Kombinationen wie „Eiche geschroppt, gebürstet und gelaugt mit Lava-Optik“.

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